Mercedes E-Klasse 2020: Alle Details zum Facelift (MOPF)

Inhaltsverzeichnis

Die aktuelle Generation der E-Klasse kam 2016 auf den Markt und konnte damals viele Maßstäbe in der Klasse setzen. Viele Innovationen im Bereich der Fahrerassistenz wurden damals zusammen mit der Baureihe 213 eingeführt. Auch der Innenraum mit den zwei riesigen 12 Zoll Bildschirmen war damals ein Novum in der oberen Mittelklasse. Damit konnte Mercedes-Benz beachtliche 1,2 Millionen Kunden weltweit von der bisherigen E-Klasse begeistern. Jetzt sorgt die Modellpflege (MoPf) für eine Rundumerneuerung der Limousine und des T-Modells. Auf das geliftete Coupe und Cabrio müssen wir noch etwas warten.

Bereits vor einigen Wochen gab es einen ersten Teaser zur neuen E-Klasse sowie diverse mehr oder weniger beabsichtigte Leaks. So konnten einige Blogger und Journalisten bereits Platz auf dem Beifahrersitz nehmen. Jetzt hätte man die E-Klasse eigentlich auf dem Genfer Autosalon gezeigt, allerdings wurde dieser abgesagt. Dementsprechend wird es noch etwas dauern bis die Öffentlichkeit das Auto abseits von Videos und Bildern erleben kann.

Exterieur: Dynamischeres Design

An der Front dürften die neuen Scheinwerfer und der gewachsene Kühlergrill ins Auge fallen. So hat der Grill eine neue Form bekommen, die das Auto deutlich dynamischer und breiter wirken lässt. Wer sich für die AMG Line entscheidet, erhält ihn als bekannten Diamantgrill mit einer Lamelle. In der Basis bekommt man jetzt die, früher aufpreispflichtige, Avantgarde-Line. Diese hat weiterhin zwei Lamellen und einen zentralen Stern. Für Fans des aufgesetzten Sterns steht weiterhin die Exclusive Line zur Wahl.

Mercedes-Benz E-Klasse 2020 MOPF Exclusive Line
Mit der Exclusive Line steht der Stern weiterhin auf der Haube.

Mit der AMG Line erhält man jetzt auch Powerdomes auf der Motorhaube in den Serienmodellen der E-Klasse. Außerdem wurden die Stoßstanden überarbeitet, die jetzt im Stil der echten AMG Performance Modelle kommen. Dies fällt vor allem am Heck auf, wo die Auspuffblenden nun deutlich dynamischer eingefasst werden.

Neue Leuchten an Front und Heck

Weiterhin neu gezeichnet wurden die Scheinwerfer, die jetzt deutlich schmaler sind und eine neue Grafik für das Tagfahrlicht erhalten haben. Die Grafik erinnert mit den kleinen vertikalen Strichen etwas an den GLS während die große Braue an die aktuelle Optik anderer Modelle angelehnt wurde. In Serie verbauen die Stuttgarter statische LED Scheinwerfer. Optional kann man sich für Multibeam LED Scheinwerfer entscheiden, die ein dynamisches Ultra-Range-Fernlicht bieten.

Mercedes E-Klasse MoPf 2020 Frontscheinwerfer Multibeam LED
Die neuen Frontscheinwerfer. Hier die Mutibeam LEDs.

Am Heck präsentiert uns Mercedes die die größte Neuerung der Modellpflege. Die Limousine erhält neue Rücklichter, die jetzt zweigeteilt sind und damit in den Kofferraumdeckel ragen. Sie sind schmaler und von der Form an das GLE Coupé und die A-Klasse Limousine angelehnt. Auch sie sorgen für ein breiteres Auftreten. Diese Änderung ist beachtenswert, da eine komplette Änderung der Heckklappe notwendig war, was nicht selbstverständlich für ein Facelift ist.

Mercedes E-Klasse MoPf 2020 zweigeteilte Heckleuchten
Die neuen Heckleuchten sind jetzt zweigeteilt und deutlich schmaler.

All-Terrain richtet sich stärker nach den SUVs

Auch die All-Terrain Variante der E-Klasse wird mit der Modellpflege weitergeführt. Der hochgesetzte Kombi orientiert sich in Sachen Design nun stärker an den SUV Modellen der Marke. All-Terrain spezifische Bauteile wie der Kühlergrill oder der optische Unterfahrschutz sind neuerdings in Chrom Hochglanz statt bisher Silver Shadow ausgeführt. Weiterhin erhält dieses Modell auch die Powerdomes auf der Motorhaube.

Interieur: Die wichtigste Änderung steckt hinter der Verkleidung

Im Interieur sind die großen Änderungen nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Weiterhin strahlt uns das Widescreen Cockpit entgegen, das auf bis zu 12,3 Zoll große Bildschirme setzt. Anders als bisher gibt es keine analogen Instrumente in der Basisversion mehr. Jetzt sind 10,25 Zoll große Bildschirme bereits Serie. Die große Neuerung ist die Hardware und Software, die hinter dem Infotaintmentsystem steckt.

Endlich erhält auch die E-Klasse das beliebte MBUX (Mercedes-Benz User Experience) System, das mittlerweile aus vielen Baureihen bekannt ist. Damit übernimmt die E-Klasse natürlich auch die neue Sprachsteuerung sowie einen zentralen Touchscreen. Außerdem wird es auch das AR Paket in der E-Klasse geben, womit das Videobild der Umgebung mit hilfreiche Navigationsinformationen angereichert wird. Diese Neuerung war definitiv ein sinnvoller Schritt, da man bis dato noch das etwas antiquierte NTG 5.5 System verbaut hat.

Das Lenkrad erhitzt die Gemüter

Die größte Änderung im Innenraum dürfte das neue Lenkrad sein, das es in drei Versionen gibt: als reines Lederlenkrad, in der Kombination Holz-Leder und in einer Supersport-Ausführung. Statt physischen Knöpfen setzt man in Zukunft auf kapazitive Oberflächen, die die Steuerung des Bordcomputers, des Tempomats und von MBUX erlauben. In Sachen Design wird das neue Lenkrad heftig diskutiert.

Aus unserer Sicht macht die technische Neuerung Sinn, da man über die Touch Controls besser erkennen kann, ob der Fahrer das Lenkrad in den Händen hält. Im Hinblick auf das Design ist das neue Lenkrad allerdings ein Rückschritt. Das vorige AMG Line Lenkrad, das eine massive Metall-Optik hat, war aus unserer Sicht, bei Mercedes der Höhepunkt des Lenkraddesigns.

Innovative Funktionen für die Sitze

Die Sitze wurden augenscheinlich kaum angepasst, allerdings gibt es eine neue spannende Funktion für die Sitze. Wenn man über das Media Display oder online über Mercedes ME seine Körpergröße eintippt, fahren sie automatisch in die richtige Position, die von Fahrer bzw. die Fahrerin nur noch feinjustiert werden muss.

Hinzu kommen neue Ausstattungsfarben und -materialien für das Interieur auf. Dazu zählen die neuen Farbkombinationen Magmagrau/Nevagrau (Avantgarde), Schwarz/Nussbraun (Exclusive) und Magmagrau/Macchiatobeige (Exclusive) sowie bei den Zierteilen das offenporige Holz Esche silber, Holz Wurzelnuss fondente, Aluminium gebürstet und Aluminium mit Carbonschliff.

Wer bei einer Pause gerne einen Powernap einlegen möchte, wird jetzt von der Energizing Komfortsteuerung unterstützt. Diese erlaubt bei Plugin-Hybrid Modellen die Nutzung des Powernap-Modus, welcher drei Phasen – Einschlafen, Schlafen, Aufwachen – hat. Er kann die Leistungsfähigkeit des Fahrers bei einer Pause steigern.

Wer sich nicht für einen Plugin entscheidet, kann dennoch eine weitere Neuerung in der E-Klasse mit der ENERGIZING Sitzkinetik nutzen. Sie unterstützt durch kleinste Bewegungen von Sitzkissen und Lehne das vorteilhafte Wechseln der Sitzhaltung während der Fahrt.

Neue Motoren mit Mild-Hybrid Technik als 4 und 6 Zylinder

Auch vor der E-Klasse macht die Elektrifizierung nicht halt. Mit dem Facelift steigt die Anzahl der Plugin-Hybrid Modelle auf 7 an. Wobei es weiterhin nur zwei Kombinationen aus Diesel- und Benzinmotor mit einem Elektroantrieb gibt. Neu ist dafür der optionale Allradantrieb für die Modelle. Auch die 4 Zylinder Benzinmotoren bekommen Mildhybrid Technik, die bis zu 15kW zusätzliche Leistung und 180nm zusätzliches Drehmoment bereitstellt. Diese Modelle erhalten zudem ein 48V Bordnetz, das Rekuperation und das Segeln bei ausgeschaltetem Motor erlaubt.

Zusätzlich wurden auch die größeren 6 Zylinder Motoren aktualisiert. Der E 450 4Matic, das Topmodell in Serie, bekommt den M256 mit 367 PS. Der Reihensechszylinder-Benzinmotor ist erstmals in der E-Klasse erhältlich. Bei den Dieselmotoren, OM654 und OM656, wurde die Abgasreinigung verbessert. Sie nutzt zwei SCR Katalysatoren mit Adblue-Einspritzung sowie einen motornaher NOX-Speicherkatalysator zur weiteren Verminderung der Stickoxide.

Die 9G Tonic wurde modifiziert und erhält eine neue Steuereinheit mit mehr Rechenleistung, das auch Gewichtsvorteile mitbringt. Vorerst wird das überarbeitete Getriebe nur den 4 Zylindern zur Seite gestellt.

Ausstattung: Neue Assistenzsysteme & Farben

Schon zur Markteinführung der aktuellen E-Klasse war sie ein Vorreiter in Sachen Assistenzsysteme. Mit der Modellpflege wird jetzt das gesamte Farherassistenzpaket auf den neuesten Stand aktualisiert. Dazu zählt unter anderem ein aktiver Bremsassistent, den es bereits in Serie gibt. Wer das große Paket ordert, profitiert jetzt auch vom Bremseingriff beim Links Abbiegen.

Über den Aktive Geschwindigkeitslimit-Assistent wird der Tempomat an die aktuelle geltende Geschwindigkeit angepasst. Die Daten erhält das System von erkannten Verkehrszeichen und dem Navigationssystem. Bereits bekannt ist auch der Aktiven Abstands-Assistent DISTRONIC, der automatisch die Geschwindigkeit an den Vordermann anpasst. Fährt man auf einen Kreisverkehr oder eine scharfe Kurve zu, verringert dieser automatisch die Geschwindigkeit, sodass man komfortabel durch das „Hindernis“ fahren kann.

Neu ist in diesem Zusammenhang die dynamische Regelung der Geschwindigkeit anhand von Live Traffic Daten. So kann die E-Klasse bei einem bekannten Stau auf der Autobahn schon vorab auf 100km/h verzögern und das ohne Sichtkontakt zu einem Vordermann. Der Aktive Lenk-Assistent kann die Spur halten und in neuerdings auch eine Rettungsgasse bilden. Dabei orientiert sich das Auto auch an den Fahrzeugen in der Umgebung.

Beim Aussteigen warnt der Aktive Totwinkel-Assistent jetzt vor herannahenden Fahrzeugen und Fahrrädern, die schneller als 7 km/h sind.

Drei neuen Lackfarben spendiert man der überarbeitet E-Klasse. Dazu zählen Hightech Silber, Graphitgrau Metallic und Mojave Silber, die bereits aus anderen Baureihen bekannt sind. Weiterhin werden jetzt auch Aerofelgen angeboten, die einen kleinen Verbrauchsvorteil bieten sollen.

Preise und Verfügbarkeit

Im Sommer soll die überarbeitet E-Klasse als Limousine, T-Modell und All-Terrain auf den Markt kommen. Auf das Coupe und das Cabrio müssen wir noch etwas länger warten. Es ist zu erwarten, dass die beiden Modellen erst im Herbst auf den Markt kommen. Der E53 AMG wurde zusammen mit der E-Klasse vorgestellt. Für ihn erwartet euch zeitnah ein zusätzlicher Artikel hier im Magazin. Über den neuen E63 hat man bis dato noch kein Wort verloren. Hier muss man sich wohl auch noch gedulden.

Preise nennt Mercedes aktuell noch nicht, allerdings ist ein kleiner Aufpreis für das Basismodell zu erwarten. Die bisherige Serienausstattung entfällt und damit wird Avantgarde zur Standard Line, was einen Preisaufschlag rechtfertigen würde. Aktuell startet die E-Klasse Limousine als 200d bei 46.112,50 Euro. Wer sie lieber nutzen statt besitzen möchte, der findet aktuelle E-Klasse Leasing Angebote in unserem Vergleich.

Meinung der Redaktion

Mit der Modellpflege bringt Mercedes-Benz ein dringendes Update für die E-Klasse. Die schärfere Optik hilft ihr der Konkurrenz die Stirn zu bieten, denn im Vergleich zu 5er und A6 war das 2016er Modell etwas zu „soft“. Ein weiterer Pluspunkt ist das aktualisierte Infotainment System, dass das veraltete NTG 5.5 System in Rente schickt. Auch wenn man augenscheinlich bei beiden Systemen zwei große Displays mit toller UI vor Augen hat, liegen die Details „unter der Haube“ des Systems. Wer beide System schon verwendet hat, der weiß, dass in Sachen Funktionen und Geschwindigkeit Welten zwischen beiden Systemen liegen.

Einzig das Lenkrad ist auch Designsicht leider kein Fortschritt. Das vorherige Lenkrad war aus unserer Sicht aber auch ein sehr hoher Maßstab. Dafür können neue Funktionalitäten diesen Nachteil etwas ausgleichen.

Quelle: Daimler Pressemitteilung 

Wie gefällt euch die Modellpflege der E-Klasse? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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Wie gefällt dir der Artikel?
  • Jindrich Mikis
    11. August 2020 am 21:00

    Das Auto ist in Natura noch schicker als auf den Bildern . Fast Perfekt bis auf Zwei Sachen . Ich bin 1,80 Groß und wiege 100 Kilo , bin nicht Dick eher kräftig gebaut , ich werde sagen ein durschnit Mann über 60 . Die Zwei Mängel sind zu schmale Sitze und durch die breite Mittellkonsole wenig Platz für die Beine wodurch man sich das Allewerteste kwetscht. Obwohl ich M B Fann bin werde ich zur BMW wechseln .

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