Leasingvertrag kündigen: Wie du deinen Vertrag vorzeitig beenden kannst

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leasingvertrag kündigen

Ein Leasingvertrag ist eine langfristige Verpflichtung, die mit der Laufzeit zeitlich terminiert wird. Aber manchmal ändern sich die Lebensumstände oder finanzielle Situationen und du möchtest deinen Leasingvertrag kündigen oder vorzeitig beenden. In diesem Artikel zeigen wir dir die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten zum vorzeitigen Beenden oder Kündigen eines Leasingvertrags auf.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Kündigung eines Vertrag vor Laufzeitende ist nicht einfach möglich
  • Das „Rauskaufen“ aus einem Vertrag ist sehr teuer und lohnt sich meist nicht
  • Alternative 1: Auto vorzeitig abgeben und Minderkilometer auszahlen, aber Raten weiterzahlen
  • Alternative 2: Leasingübernahme des Vertrags durch einen neuen Kunden
  • In Sonderfällen wie Diebstahl oder einem Totalschaden kann das Vertragsverhältnis beendet werden

Kann ich meinen Leasingvertrag kündigen?

Grundsätzlich kannst du deinen Leasingvertrag nicht vorzeitig kündigen. Ein Leasingvertrag ist nicht vergleichbar mit einem monatlich kündbaren Abonnement von einem Streamingdienst oder ähnlichem. Die vor Abschluss vereinbarte Vertragslaufzeit ist genau durchkalkuliert in Hinblick auf die zu zahlenden Raten, den Wertverlust und den Restwert, der am Ende übrig bleibt. Dabei ist es vollkommen unerheblich ob es sich um ein Restwert- oder Kilometerleasing handelt.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie du einen Leasingvertrag kündigen oder vorzeitig beenden kannst.

Vertrag vorzeitig beenden

Das vorzeitige Beenden eines Leasingvertrags ist mit Kosten verbunden, da der Leasinggeber seine Investition absichern möchte. Du musst oft eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, die den entgangenen Gewinn des Leasinggebers ausgleicht.

Die Höhe dieser Entschädigung ist individuell und in deinem Vertrag festgelegt. Dieser Prozess wird auch als „Rauskaufen“ bezeichnet, da der Leasinggeber eine Entschädigung erwartet, damit du frühzeitig aus dem Vertrag austreten kannst.

Diesen zusätzlichen Kosten liegt zugrunde, dass beim vorzeitigen Beenden des Leasingvertrags der Autohändler das Fahrzeug zu einem höheren Wert von der Bank abkaufen muss. Dieser Wert liegt in der Regel über dem regulären Marktwert. Dementsprechend wird er für diese Mehrkosten den Ersatz vom aktuellen Leasingnehmer erwarten.

Alternative Restkilometer auszahlen

Eine mögliche Alternative zum „Rauskaufen“ stellt die Auszahlung der Restkilometer dar. Dabei zahlst du die restlichen Raten deines Vertrages weiter, aber lässt dir die übrigen Kilometer auszahlen. Dies lohnt sich vor allem, wenn du das Auto nicht mehr benötigst. Hierbei solltest du dich informieren in welcher Höhe Minderkilometer vergütet werden.

Eine solche Überlegung sollte mit dem Händler besprochen werden, da diese Option nicht bei jedem Vertrag möglich ist. Wenn die Restlaufzeit sehr niedrig ist, kann es gut sein, dass sich der Leasinggeber hier kooperativ zeigt.

Alternative Leasingübernahme

Eine der einfachsten Möglichkeiten, um aus einem Leasingvertrag herauszukommen, ist die Übertragung des Vertrags auf eine andere Person. Dabei übernimmt ein neuer Leasingnehmer deinen Vertrag und die monatlichen Ratenzahlungen. Beachte jedoch, dass nicht alle Leasinggeber diese Option zulassen und zusätzliche Gebühren entstehen können.

Leasingübernahme als Alternative zur Kündigung des Vertrags

Eine gute Vorbereitung und ein ansprechendes Inserat sind entscheidend für den Erfolg dieser Methode. Stelle sicher, dass du alle relevanten Informationen über das Fahrzeug und die Leasingkonditionen bereitstellst und Fotos von hoher Qualität verwendest.

Im besten Fall erkundigst du dich zuvor bei deinem Leasinggeber bzw. der Bank mit welchen Kosten eine Übernahme verbunden ist. In der Regel führt die Bank eine Bonitätsprüfung durch, um sicherzustellen, dass die Ratenzahlungen weiterhin zuverlässig gezahlt werden.

Leasingvertrag kündigen – Sonderfälle

Eine außerordentliche Kündigung ist im Allgemeinen bei einem Totalschaden oder beim Verlust des Autos durch Diebstahl möglich. In diesen Situationen können sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber den Vertrag kündigen. Ebenso besteht ein Kündigungsrecht für den Leasingnehmer, wenn unfallbedingte Reparaturkosten mehr als 60 Prozent des Wiederbeschaffungswerts betragen.

Allerdings ist eine solche außerordentliche Kündigung nicht ohne finanzielle Konsequenzen. Der Kündigungsschaden wird in Rechnung gestellt und richtet sich nach dem Ablösewert des Autos, der sich aus den noch ausstehenden Leasingraten und dem kalkulierten Restwert zusammensetzt. Im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls wird zudem die Versicherungsleistung auf den Ablösewert angerechnet.

Fazit: Risiken und Kosten beim vorzeitigen Beenden des Vertrags beachten

Das vorzeitige Beenden oder Kündigen eines Leasingvertrags ist in manchen Situationen unvermeidlich. Es ist jedoch wichtig, sich über die verschiedenen Optionen, Risiken und Kosten im Klaren zu sein, bevor du eine Entscheidung triffst. Leasingverträge sind zwar grundsätzlich langfristige Verpflichtungen, aber unter bestimmten Umständen und mit Kenntnis der entsprechenden Prozeduren kannst du dennoch aus deinem Vertrag herauskommen.

Informiere dich gut über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen und wähle diejenige, die am besten zu deiner individuellen Situation passt. Offene Kommunikation mit dem Leasinggeber und eine sorgfältige Planung sind entscheidend für einen erfolgreichen Abschluss des Prozesses.