Cupra Formentor 1.5 TSI – wie gut ist die 150 PS Basis?

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Der Cupra Formentor ist derzeit eines der beliebtesten Leasing Autos in Deutschland – zumindest wenn es nach Zahlen des Marktplatzes LeasingMarkt.de geht. Er ist das erste eigene Modell der sportlichen Submarke Cupra, die Seat vor einiger Zeit deutlich eigenständiger aufgestellt hat. Damit geht auch einher, dass es nicht mehr nur sportliche Benziner mit bronze Logo gibt, sondern im Falle des Formentors eine Motorenpalette mit 150 bis 390 PS. Eine Variante des Formentors von Seat gibt es hingegen nicht.

Damit stellt sich natürlich schnell die Frage, ob es einer auf Motorsport getrimmten Marke wie Curpa gut tut, das Portfolio um Basismotorisierungen zu erweitern. Wie viel sportliche Gene noch im Formentor 1.5 TSI mit 150 PS Vierzylinder-Benzinmotor und Vorderradantrieb stecken, dass wird unser Fahrbericht klären.

Cupra Formentor 1.5 TSI (2022) Test - Ist die 150 PS Basis ein würdiger Cupra?Cupra Formentor 1.5 TSI (2022) Test – Ist die 150 PS Basis ein würdiger Cupra?

Das Design – sportlicher Kompakt-SUV

Das Design des sportlichen Crossovers erinnert entfernt an deutlich teurere SUV-Coupés namenhafter Hersteller. Die Fahrzeugform des Formentor wirkt frisch und dynamisch im Gegensatz zu anderen Kompakt-SUV, die teils einfach nur hochgelegte Kompaktwagen sind. Die Front mit den schmalen LED Scheinwerfern, die uns vertraut vorkommen, wirkt aggressiv und bullig. Das Heck wirkt breit dank des durchgezogen Lichtbands und immerhin hat die kleine 150 PS Variante noch angedeutete Auspuffblenden. Einzig die Linienführung von der Seite zum Heck ist, aus unserer subjektiven Sicht, nicht optimal gelungen. Aus manchen Perspektiven sieht der Formentor einfach nicht ganz harmonisch aus.

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Der Kompakte SUV macht auch mit dem kleinsten Motor eine dynamische Figur.

Mit den „kleinen“ 18 Zoll Alufelgen, die unser Modell hat, wirken die üppigen Radhäuser wenig ausgefüllt. Besser ist man greift direkt zu 19 Zoll Felgen. An verschiedenen Anbauteilen wird zum Kontrast zur Wagenfarbe ein Anthrazit verwendet, was die Struktur des Designs mehr hervorhebt. Der Bronzeton der Marke ist übrigen außen recht sparsam zum Einsatz gekommen.

Anders sieht es im Innenraum aus. Dort prangt nicht nur das Wappen der Marke auf dem Lenkrad, sondern die dunklen Ledersitze sowie Armaturenbretter wurden mit vielen Bronzedetails ausgestattet. Neben einem sportlichen Lenkrad blickt der Fahrer noch auf ein digitales Cockpit sowie einen 12 Zoll großen Touchscreen. Darunter sind noch die Lüftungsschlitze, Ablagefächer sowie ein sehr zierlicher Gangwahlhebel für die Automatik.

Infotainment und Konnektivität

Das Infotainment System wird über den 12 Zoll großen Touchscreen gesteuert. Dieser ist definitiv ausreichend hell und groß, allerdings könnten ein paar Pixel dahinterstecken, denn im Vergleich zu heutigen Smartphones ist die Darstellungsqualität nicht perfekt klar. Über das System werden so gut wie alle Fahrzeugfunktionen gesteuert, da es kaum noch physische Knöpfe gibt. Nur noch die Temperatur und die Lautstärke können über sensitive Oberfläche gesteuert werden. Funktionen wie Umluft, Sitzheizung oder Fahrmodi sind in Untermenüs versteckt, was dazu führt, dass die Bedienung länger dauert als mit klassischen Knöpfen.

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Das Interieur greift sehr viel Kupfer-Akzent auf.

Erschwerend hinzu kommt hierbei noch, dass das System manchmal eine Gedenkpause einlegt und nicht alle Eingaben unmittelbar ausführt. Das alles ist jedoch verkraftbar und stört wenn man einmal weiß wo alle Funktionen hinterlegt sind immer weniger. Insbesondere dann nicht, wenn die gute Smartphone Integration verwendet wird. So lassen sich Apple CarPlay (auch wireless) und Android Auto verwenden, womit Medien und Navigation performant mit den herkömmlichen Apps funktionieren.

Die größte Enttäuschung für uns ist das Beats Audiosystem, eine Sonderausstattung gegen Aufpreis. Das Soundsystem macht wenig Lust laut Musik zu hören und auch Podcast-Stimmen fehlt es an Klarheit. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten wird das System somit unangenehm in der Benutzung. Die Frage ist, ob das Standardaudiosystem nochmal signifikant schlechter ist.

Fahrdynamik und Antrieb

Bei der Marke Cupra erwartet man vermutlich 250 und mehr PS unter der Haube. Etwas ungewöhnlich hört sich die Kombination aus einem 1,5 Liter Benziner mit 150 PS und Cupra an. Letztlich könnte man zynisch sagen, dass Cupra damit einfach nur zu einem weiteren Seat mit schönerem und teurerem Anstrich geworden ist.

Um es kurz zu machen: Der 1.5 TSI ist eine ausreichende Motorisierung für den Alltag. Die meisten Nutzer dürften hier auch keine Leistung missen. Es kommt jedoch kein sportliches Fahrgefühl damit auf, da der Motor sehr viel Drehzahl benötigt, wenn man ihm Leistung abverlangt. Dabei hört er sich auch mehr gequält als emotional an. Die verschiedenen Fahrmodi ändern an diesem Eindruck auch nichts. Lediglich die Empfindlichkeit des Gaspedals verändert sich.

Das Automatikgetriebe macht einen ordentlichen Job, wenn man es für sich arbeiten lässt. Wer jedoch über die am Lenkrad verbauten Schaltpaddles eingreifen möchte, stellt fest, dass das Getriebe alles andere als schnell schaltet. Das trübt natürlich nochmal den sportlichen Eindruck.

Lobenswert ist jedoch das Fahrwerk und Agilität des Kompakt-SUV. Er liegt satt auf der Straße und in den Kurven. Bei höheren Geschwindigkeiten ist eher der Motor und die Geräuschkulisse der begrenzende Faktor als die Straßenlage.

Komfort und Platzangebot

Wie zuvor erwähnt ist die Geräuschkulisse bei höheren Geschwindigkeit sehr auffällig. Wenn man schneller als 140 km/h fährt, muss man sich mit deutlichen Wind- und Abrollgeräuschen abfinden. Fairerweise sollten wir noch erwähnen, dass unser Formentor auf Allwetterreifen unterwegs war, was eventuell darauf einen Einfluss hatte.

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Der Kofferraum hat mit 345 Litern ein für den Alltag ausreichendes Volumen.

Daneben sind die Sitze aber absolut komfortabel und die Sitzposition ist angenehm, sodass man auch längere Strecken entspannt mit dem Fahrzeug zurücklegen kann. Ganz besonders zu loben ist der Sitzkomfort in der zweiten Reihe. Dafür, dass der Formentor de facto ein hochgelegter Kompaktwagen ist, sitzt man in der zweiten Reihe erstaunlich gut. Auch mit einer Körpergröße von über 1,90m.

Verbrauch und Kosten

Die Popularität des Formentors beruht sicherlich auch auf den attraktiven Konditionen und Preisen. Im Leasing gab es immer wieder sehr günstige Angebote für diverse Motorisierungen. Insbesondere für den Plugin-Hybrid hat man durch die Förderung von 4.500 Euro über den Umweltbonus sehr günstige Raten kalkulieren können. Letzteres ist jetzt, im Jahr 2023, nicht mehr möglich, aber dennoch ist der Formentor kein teures Auto.

Mit einem Listenpreis von 36.600 Euro für unser Modell ohne irgendwelche Rabatte kann man getrost sagen, dass man viel Auto für einen guten Preis erhält, denn auch die Sonderausstattungen gehen im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht allzu sehr ins Geld.

Zuletzt lässt sich für den 1.5 TSI auch sagen, dass sich der Kraftstoffverbrauch absolut in Grenzen hält. Auf längeren Strecken schafft man es ihn mit 7,X Litern pro 100km zu bewegen. Wer es sehr sparsam und langsam angehen lässt, schafft sogar eine 6 vor dem Komma zu sehen. In der Stadt oder bei höheren Geschwindigkeiten bleibt man aber auch unter einem Schnitt von 10 Litern.

Fazit

Alles was man von einem Kompakt SUV fordert, macht der Formentor ziemlich gut. Das dynamische Auftreten suggeriert dabei sogar noch mehr als der Wagen eigentlich bietet. Das größte Manko für uns ist das langsame und nicht immer intuitive Infotainment System. Die 1.5 TSI Motorisierungen ist eher eine vernünftige Entscheidungen und wer etwas sportliches sucht, sollte eher zu höheren Motorisierungen greifen. Insgesamt bleibt der Formentor eine Empfehlung in Sachen Preis- Leistungsverhältnis.

4.0

Bewertung

Antrieb2,5 / 5

Komfort3,0 / 5

Preis / Leistung5,0 / 5

Emotionen3,0 / 5

Konnektivität3,5 / 5